You’ll never beat the Irish

Es ist schwierig die richtigen Worte für das gestrige Fußballspiel zwischen Irland und Spanien zu finden, ohne komplett in die Kitschigkeit abzudriften. Ohne schlechtes Gewissen wage ich jedoch zu behaupten, dass wir das vermutlich denkwürdigste Spiel der Europameisterschaft 2012 zu sehen bekommen haben.

Der Grund hierfür ist nicht etwa das recht deutliche Ergebnis von 4:0, auch nicht das (in den Medien mittlerweile etwas nervig gehypte) Passspiel der spanischen Nationalmannschaft, kein Flitzer, keine Bengalos, Explosionen und auch keine übergeschnappten Fans, die kurz vor Abpfiff das Spielfeld fluten. Einzig und allein die irischen Fans haben mit ihrem Gesang Menschen in ganz Europa und darüber hinaus verblüfft, ja zum Teil auch zu Tränen gerührt.

In der 87. Minute, als die Iren fußballerisch bereits auseinander genommen und vorgeführt waren, stimmten die Fans diesen wunderbaren Chor ein und sagen »The Field of Athenry«, ein Lied über die irische Hungersnot, das bei irischen Fußball- oder Rugbyspielen nicht selten durch das Stadion geschmettert wird. Zeigte die Kamera gestern erst lange und traurige Gesichter, wandelte sich das Bald schnell in gen Himmel gereckte Hände und Fäuste und voller Inbrunst singender Iren, die klatschten, tanzten und feierten, als hätten sie den Pott und noch mehr gewonnen.

Der Geistesgegenwart von Tom Bartels ist es zu verdanken, dass dieser Moment unkommentiert und so pur es durch den Fernseher eben geht in die Kneipen, Wohnzimmer und Public-Viewing-Orte dieser Welt getragen wurde. Selbst in den Youtube Kommentaren, die sonst nur so vor Blödsinnigkeiten strotzen, kann man Beglückwünschungen, Grüße und Respektsbekundungen aus aller Welt – nicht selten auch aus Spanien – lesen.

Die Spanier haben die Iren gestern an die Wand gespielt, aber wie ich in der Überschrift bereits erwähnte: You’ll never beat the Irish…

Für weitere Worte hierzu bitte ich zu den 11 Freunden oder zum friedr.ich.