Aus dem SPIEGEL Online Forum zur US-Wahl

Die Multikulti-Sieger war der Titel des SPIEGEL Online Berichtes, der meine Aufmerksamkeit auf sich zog und den ich auch gleich las. Darin fand sich ein Satz, bei dem ich mir spontan dachte: „Oh, wenn da mal keiner drüber stolpert.“ Folgender ist gemeint (und um nichts aus dem Zusammenhang zu reißen, zitiere ich den ganzen Absatz und hebe den betreffenden Satz hervor):

Latinos, Schwarze, Frauen: Diesen Bevölkerungsgruppen hat Barack Obama seine Wiederwahl zu verdanken. Auch langfristig verschiebt der demografische Wandel die Mehrheiten zu den Demokraten. Das traditionelle Amerika – weiß, angelsächsisch, protestantisch – hat ausgedient.

Der Artikel – den ich grundsätzlich recht interessant finde – bewog mich dazu, mal im SPON Forum vorbeizuschneien, wohl wissend, dass der Ton dort manchmal etwas „grenzwertig“ werden kann. Was ich dort teilweise dann zu lesen bekam, sollte mich vielleicht nicht weiter wundern, schockierte mich aber trotzdem. Es ist natürlich anzumerken, dass auch einige durch vernünftig denkende oder zumindest so diskutierende User dort anzutreffen sind – immerhin lebt so ein Forum ja unter anderem auch von unterscheidlichen Meinungen. Einige Kommentare sind allerdings so offensichtlich rassistisch (und das ist mir dort nicht das erste Mal aufgefallen), dass ich hier ein paar Beispiele aufzählen wollte. Vorab: Einiges davon könnte natürlich ironisch gemeint sein, aber das war beim besten Willen für mich nicht ersichtlich – auch nicht aus der Diskussion heraus.

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You’ll never beat the Irish

Es ist schwierig die richtigen Worte für das gestrige Fußballspiel zwischen Irland und Spanien zu finden, ohne komplett in die Kitschigkeit abzudriften. Ohne schlechtes Gewissen wage ich jedoch zu behaupten, dass wir das vermutlich denkwürdigste Spiel der Europameisterschaft 2012 zu sehen bekommen haben.

Der Grund hierfür ist nicht etwa das recht deutliche Ergebnis von 4:0, auch nicht das (in den Medien mittlerweile etwas nervig gehypte) Passspiel der spanischen Nationalmannschaft, kein Flitzer, keine Bengalos, Explosionen und auch keine übergeschnappten Fans, die kurz vor Abpfiff das Spielfeld fluten. Einzig und allein die irischen Fans haben mit ihrem Gesang Menschen in ganz Europa und darüber hinaus verblüfft, ja zum Teil auch zu Tränen gerührt.

In der 87. Minute, als die Iren fußballerisch bereits auseinander genommen und vorgeführt waren, stimmten die Fans diesen wunderbaren Chor ein und sagen »The Field of Athenry«, ein Lied über die irische Hungersnot, das bei irischen Fußball- oder Rugbyspielen nicht selten durch das Stadion geschmettert wird. Zeigte die Kamera gestern erst lange und traurige Gesichter, wandelte sich das Bald schnell in gen Himmel gereckte Hände und Fäuste und voller Inbrunst singender Iren, die klatschten, tanzten und feierten, als hätten sie den Pott und noch mehr gewonnen.

Der Geistesgegenwart von Tom Bartels ist es zu verdanken, dass dieser Moment unkommentiert und so pur es durch den Fernseher eben geht in die Kneipen, Wohnzimmer und Public-Viewing-Orte dieser Welt getragen wurde. Selbst in den Youtube Kommentaren, die sonst nur so vor Blödsinnigkeiten strotzen, kann man Beglückwünschungen, Grüße und Respektsbekundungen aus aller Welt – nicht selten auch aus Spanien – lesen.

Die Spanier haben die Iren gestern an die Wand gespielt, aber wie ich in der Überschrift bereits erwähnte: You’ll never beat the Irish…

Für weitere Worte hierzu bitte ich zu den 11 Freunden oder zum friedr.ich.

Sven Regener und die Kunst.

Der Ausraster von Sven Regener (im Fachjargon unter internetaffinen Menschen redet man wohl von einem Rant) hat in der Netzwelt hohe Wellen geschlagen. Ohnehin gibt es aktuell kaum ein Thema, das so konstant wie verbittert diskutiert wird wie die Frage nach einem modernen Umgang mit dem Thema Urheberrecht. Was Sven Regener bei seinem Statement im Zündfunk will, kann man relativ schnell zusammenfassen: Er möchte die Entscheidungshoheit über die Verwertung seiner Arbeit behalten. Dass er sich dabei in Rage redet und jede Menge Zeug durcheinander wirft, das gar nicht durcheinander gehört, mag man ihm verzeihen oder nicht, ihm jedoch „keine Ahnung“ und dergleichen vorzuwerfen und auf der eigenen Meinung zu diesem Thema zu beharren (wie das wohl aktuell üblich zu sein scheint, wozu Dinge auch mal hinterfragen?), ist ebenso zu kurz gedacht wie das so manche Aussage von Herrn Regener gewesen ist.

Ein wunderbarer Artikel auf Spreeblick stellt ein paar Fragen, die in diesem Zusammenhang noch nicht die gebührende Aufmerksamkeit erhalten haben und die sicherlich dafür sorgen könnten (und vermutlich auch sollten), dass das Ganze eine neue Wendung bekommt. Ich zitiere aus dem Artikel:

Unbestritten ist, dass das Netz vieles verändert, doch wo steht geschrieben, dass diese Veränderungen per se gut sind? Und wenn: Für wen? Und wieso gehen offenbar viele Menschen davon aus, dass sich alles andere an das Netz anpassen muss, seit wann lassen wir uns von Technik diktieren?

Fragen, deren Beantwortung nicht nur das Urheberrecht von Musik und Film betreffen, die sich aber nichtsdestotrotz zu stellen lohnen. Bei der – ich werde jetzt mal reißerisch – „Schlacht“ um die Verwertungsrechte von Songs und Co. gibt es freilich mehr als nur die Haltung der (momentan recht beliebten) Piraten und die der (vermeintlich bösen) Rechteinhaber wie Labelbosse oder ähnliches. Eine Antwort im Stile von „Die Labels haben den technischen Fortschritt verschlafen, also sollen sie sich gefälligst mit den aktuellen Gegebenheiten abfinden.“ ist genauso wenig des Rätsels Lösung wie der Wunsch nach den guten, alten Zeiten, wo alles noch gesittet zuging und es mit solchen Themen keinerlei Probleme gab (oder die Probleme nicht so im Geldbeutel schmerzten…).

Eine Annäherung diesbezüglich wird vermutlich noch sehr lange dauern. Neben der juristischen Feinheiten und der Komplexität dieses Themas wird vor allen Dingen auch die Ich-hab-schon-eine-Meinung-verwirr-mich-nicht-mit-Tatsachen-Mentalität so manches Zeitgefährten dafür sorgen, dass eine akzeptable und sinnvolle Lösung erst mal in weiter Ferne scheint.

Man darf mich ruhig vom Gegenteil überzeugen.

Trayvon.

Oder auch: Wie ein Schuss ein ganzes Land spaltet.

Chuck-Norris-Brücke

Bild via Guillamon


Was passiert, wenn eine Regionalverwaltung eine Internetumfrage startet, wie eine noch zu bauende Brücke künftig heißen soll? Richtig: Irgendjemand kommt auf die Idee Chuck-Norris-Brücke vorzuschlagen und viele weitere finden diese Idee so großartig, dass sie genau dafür stimmen. So geschehen in Bratislava.

Die Idee erhielt natürlich innerhalb weniger Tage mehrere tausend Stimmen, was von der Regionalverwaltung so nicht geplant war. Man dachte da eher an Namen wie Maria-Theresien-Brücke, Freiheitsbrücke und Brücke des Eisernen Vorhangs. Die Brücke für Fußgänger und Radfahrer soll über den österreichisch-slowakischen Grenzfluss March gebaut werden und eine Straßenbrücke aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie ersetzen, die am Ende des zweiten Weltkrieges gesprengt worden war. Die Abstimmung läuft noch bis Ende April. Man darf gespannt sein, ob unser Roundhouse-Spezialist bald Namenspate einer Brücke wird. 😀

Links:
Guillamon auf toonpool.com
Portal mit Votinzugang

Chuck Norris braucht keine Brücke. Er nimmt Anlauf.

Rassismus.

Zitat:
Kann ich nicht viel dazu sagen. Tut mir leid.

 

Quelle: fasel

Hoffnung.

VIVA vs. Homophobie

Ganz klar: „Schwul“ ist keine Beleidigung und sollte auch nicht als solche verwendet werden!

So endet der Post der offiziellen VIVA Facebook-Seite vom 16. Februar 2012 um 17:37 Uhr. Der Grund hierfür ist für normal denkende Menschen eigentlich kaum nachzuvollziehen: ein Foto von Bill Kaulitz mit seiner neuen Frisur. Was darauf folgte sollte zwar eigentlich nicht weiter überraschen, aber trotzdem für mehr als nur Kopfschütteln sorgen.
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Problem im Stadtbezirk: Viele Ausländer

Dass sich eine Stadtverwaltungen um das subjektive Wohl ihrer Bürger kümmert, wird sicherlich niemand ernsthaft kritisieren wollen. Ganz im Gegenteil, man könnte sogar den Eindruck gewinnen, dass sich um das Wohlbefinden des Bürgers ernsthafte Sorgen gemacht wird. Ein Fragebogen stellt hierbei ein durchaus praktikables Mittel dar, wenn es darum geht ein zumindest oberflächliches Gefühl dafür zu bekommen, wo man in der eigenen Stadt anpacken müsste, damit sich die Einwohner besser fühlen und angstfrei vor die eigene Tür treten können. Um mit so einem Fragebogen brauchbare Ergebnisse zu erhalten, muss man natürlich die richtigen Fragen stellen – und kann bei dem Versuch ordentlich ins Klo greifen. So geschehen unter anderem in Mannheim, wie der offene Brief des Migrationsbeirates an die dortige Stadtverwaltung zeigt.

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