Sven Regener und die Kunst.

Der Ausraster von Sven Regener (im Fachjargon unter internetaffinen Menschen redet man wohl von einem Rant) hat in der Netzwelt hohe Wellen geschlagen. Ohnehin gibt es aktuell kaum ein Thema, das so konstant wie verbittert diskutiert wird wie die Frage nach einem modernen Umgang mit dem Thema Urheberrecht. Was Sven Regener bei seinem Statement im Zündfunk will, kann man relativ schnell zusammenfassen: Er möchte die Entscheidungshoheit über die Verwertung seiner Arbeit behalten. Dass er sich dabei in Rage redet und jede Menge Zeug durcheinander wirft, das gar nicht durcheinander gehört, mag man ihm verzeihen oder nicht, ihm jedoch „keine Ahnung“ und dergleichen vorzuwerfen und auf der eigenen Meinung zu diesem Thema zu beharren (wie das wohl aktuell üblich zu sein scheint, wozu Dinge auch mal hinterfragen?), ist ebenso zu kurz gedacht wie das so manche Aussage von Herrn Regener gewesen ist.

Ein wunderbarer Artikel auf Spreeblick stellt ein paar Fragen, die in diesem Zusammenhang noch nicht die gebührende Aufmerksamkeit erhalten haben und die sicherlich dafür sorgen könnten (und vermutlich auch sollten), dass das Ganze eine neue Wendung bekommt. Ich zitiere aus dem Artikel:

Unbestritten ist, dass das Netz vieles verändert, doch wo steht geschrieben, dass diese Veränderungen per se gut sind? Und wenn: Für wen? Und wieso gehen offenbar viele Menschen davon aus, dass sich alles andere an das Netz anpassen muss, seit wann lassen wir uns von Technik diktieren?

Fragen, deren Beantwortung nicht nur das Urheberrecht von Musik und Film betreffen, die sich aber nichtsdestotrotz zu stellen lohnen. Bei der – ich werde jetzt mal reißerisch – „Schlacht“ um die Verwertungsrechte von Songs und Co. gibt es freilich mehr als nur die Haltung der (momentan recht beliebten) Piraten und die der (vermeintlich bösen) Rechteinhaber wie Labelbosse oder ähnliches. Eine Antwort im Stile von „Die Labels haben den technischen Fortschritt verschlafen, also sollen sie sich gefälligst mit den aktuellen Gegebenheiten abfinden.“ ist genauso wenig des Rätsels Lösung wie der Wunsch nach den guten, alten Zeiten, wo alles noch gesittet zuging und es mit solchen Themen keinerlei Probleme gab (oder die Probleme nicht so im Geldbeutel schmerzten…).

Eine Annäherung diesbezüglich wird vermutlich noch sehr lange dauern. Neben der juristischen Feinheiten und der Komplexität dieses Themas wird vor allen Dingen auch die Ich-hab-schon-eine-Meinung-verwirr-mich-nicht-mit-Tatsachen-Mentalität so manches Zeitgefährten dafür sorgen, dass eine akzeptable und sinnvolle Lösung erst mal in weiter Ferne scheint.

Man darf mich ruhig vom Gegenteil überzeugen.

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