facebook-Account beschlagnahmt

Wie hier auf ZEIT ONLINE zu lesen ist, hat ein Richter zum ersten Mal in der deutschen Rechtsgeschichte einen facebook-Account beschlagnahmen lassen. Ob er dessen Nachrichten lesen kann, ist noch nicht abschließend geklärt worden, was unter anderem an bürokratischen Hürden liegt.

Der Verlauf dieses Falles ist deswegen interessant, weil sich hier ein zukünftiger Umgang mit dem Thema „Justiz vs. facebook-Account eines angeklagten Users“ abzeichnen könnte. Ob der Konzern grundsätzlich mit den deutschen Behörden zusammenarbeiten wird, darf durchaus bezweifelt werden. Auch wenn sich facebook schon den einen oder anderen Schnitzer geleistet hat, wird man darauf bedacht sein, den Usern ein Gefühl der „Datensicherheit“ zu geben. Darüber hinaus ist so ein Eingriff in das „digitale Leben“ eines facebook Nutzers zumindest gefühlt keine kleine Sache, wird dort doch sehr viel Privates preisgegeben.

In diesem Fall soll der 20-jährige Angeklagte

„einem Freund über das soziale Netzwerk einen entscheidenden Tipp für einen Einbruch gegeben haben, den dieser bei einer Familie in Reutlingen begangen hat.“ (Quelle)

Der Einbruch in das Haus einer Familie ist sicherlich keine Kleinigkeit, doch werden die Meinungen darüber, ob der Verdacht auf das Geben eines entscheidenden Tipps für einen Einbruch einen solch (aus meiner Sicht) tiefgreifenden Eingriff in die Privatsphäre rechtfertigt, sicherlich stark auseinander driften. In den Kommentaren des Artikels hat es jedenfalls nicht allzu lange gedauert, bis der Begriff gläserne Bürger fiel.

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